David O’Kane in »Multiple Times«
Campoi Gallery, München
30. Januar—26. April 2014

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David O'Kane "Der Spieler" in "Multiple Times", Campoi Gallery, 2014, Installation View
David O'Kane "Der Spieler" in "Multiple Times", Campoi Gallery, 2014, Installation View

David O’Kanes Schwerpunkt ist Malerei und Videoanimation. Seine Werke umfassen eine große Medienvielfalt, die auch stellvertretend für das Programm der Galerie steht. Viele seiner Werke hinterfragen und erforschen mannigfaltige philosophische, psychologische und linguistische Begriffe mittels eines subjektiven Spektrums von Bildsprache. Die Bilder werden in ähnlicher Weise wie bei wissenschaftlichen Gedanken-experimenten eingesetzt, suchend nach einer Reaktion des Künstlers und des Betrachters. O’Kanes Animationsfilm lehnt sich an die Vorstellung an, dass Spiel das primäre prägende Element in der menschlichen Kultur ist.

Der Künstler Hannes Norberg aus Düsseldorf zeigt in der Ausstellung 4 Werke aus der Serie „Typescape Studies“. In der Wahrnehmung von Bildlichkeit betonen die Fotografien Polarität von Sichtbarkeit und Vorstellung von Materialität und Idee. Die materielle Konstruktion konkurriert dabei mit ihrer Umdeutung in ein skulpturales, architektonisches oder landschaftliches Gebilde. Das bloße Abbilden der Fotografie wird ersetzt durch einen langwierigen konstruktiven Prozess; unzählige Skizzen und Entwürfe gehen den finalen Arbeiten voraus. Malerische, bildhauerische und fotografische Arbeitsweisen kommen dabei gleichermaßen zum Einsatz.

Tina Bepperling aus Wien studierte Bildhauerei bei Bruno Gironcoli und war Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart und des Gordon Matta-Clark Trust, New York. Sie assistierte Michelangelo Pistoletto während seiner Tätigkeit an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und war Mitbegründerin und Koordinatorin des Netzwerk´s der Internationalen Partnerschaften der Akademie. Sie initiierte die art platform austria / apa, sowie ein mobiles Studio für interkulturelle Ereignisse und Aktivitäten in Georgien. „WHERE THE COMPLEX CALCULATION RESOLVES NUMBERLESS“ stammt aus den Duinerse Elegien von R. M. Rilke.

Die Videoperformance des in Warschau lebenden Performance Künstlers Oskar Dawicki „The Tree of Knowledge“ wurde 2008 von der Video Zone bei der 4. Internationalen Videokunst Biennale in Israel ausgewählt und ist unter anderem in der Sammlung des Museums für zeitgenössische Kunst MOCAK in Krakau vertreten. In „The Tree of Knowledge“ konzentriert der Künstler sich auf die ursprünglichen Momente der menschlichen Ethik und die Grundlagen des Wissen und stellt im Video jene Szene der Bibel nach, in der Adam und Eva die verbotene Frucht vom Baum der Erkenntnis verzehren und somit eine Sünde begehen.

Mathias Perlet hinterlässt in seiner Malerei nachdenkliche Spuren, die im Zeitalter der Höchstgeschwindigkeit mit einer Vollbremsung auf den Betrachter übertragen werden. Als wären die Gemälde dem Stillstand ausgeliefert, baut er eine „ewig jugendliche“ Beziehung auf. Die nahezu sakral wirkende Bild-Idyllen ewig liebeskranker werden solange ins „Licht“ getaucht, bis sie die Verletzbarkeit ihrer eigenen Seelen als das ersehnte Glück erkennen, nachdem sie so unermüdlich suchen.

Interessant ist, wie Gisela Stiegler vom Bilder-machen zur Skulptur gekommen ist, denn die in Wien lebende Künstlerin hat als Malerin angefangen, ist zur Fotografie gewechselt und schließlich in einer regelrechten Flucht des „Zweidimensionalen“ beim greifbaren Medium der Skulptur gelandet. Die Lust am Handwerklichen, am Schnitzen sieht man der Bewegtheit der Oberfläche an. Der spannendste Moment ist aber zweifellos das Täuschungsmanöver mit der Materialität, die ein Schwer - Leicht - Spiel in Gang setzt.

Den Bildhauer Renè Hüls, der als Meisterschüler von Tony Cragg 2013 die Düsseldorfer Kunstakademie verlassen hat, haben wir bewusst mit seiner Fotografie „Matterhorn“  in diese Gruppen - Konstellation miteinbezogen. Für den Künstler, der mit seiner ersten Einzelausstellung in unserer Galerie im Oktober 2013 vertreten war, ist die Welt nur durch Fragmente und Brüche erfahrbar. Das Resultat subjektiver Wahrnehmung von Wirklichkeit bleibt in diesem Kontext der Betrachtung notwendigerweise immer unvollständig und individuell.  
—Frank Campoi /Textauszug

 

Campoi Gallery
Viktoriastraße 9
80803 München

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