Arnd Kaestner in »DIES ALLES GIBT ES ALSO«
Spam-Contemporary, Düsseldorf
13. November—19. Dezember 2015 

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Dies alles gibt es also ist dem Titel eines von Wolfgang Max Faust im Jahre 1993 erschienen Buch entlehnt.

Die Vielgestaltigkeit der Zeichnung erlaubt es, ein gewisses Denken unmittelbar in eine sichtbare Form zu übertragen. Dabei ist ihr taktiles Vokabular eine Sichtbarmachung, die, neben der Sprache und der mit ihr verbundenen Schrift und ihren Zeichen, auf Urmenschliches zurückgeführt werden kann. Indessen ist das Zeichnen nicht zwingend zweckgebunden, ihr Medium ist offen, unmittelbar und autonom. Längst jedoch ist das Medium der Zeichnung über das Papier hinausgewachsen und bedient sich anderer Linienführungen mit anderen, materiellen Mitteln. Das Intime, das Hingebungsvolle, vielleicht auch das Selbstvergessene an ihrem ursprünglichen Format, jenes der Hand angepasste, droht allerdings bei ihrer Erweiterung ins Räumliche, ins Materielle, verloren zu gehen.

Ihre fortwährende Praxis vereint vermeintlich gegensätzliche Formensprachen wie Abstraktion neben Figuration, kalkuliertes Konzept neben expressiver Emotion, raue Wildheit neben erhabener Stille, tiefe Konzentration neben erregter Unruhe, Strich neben Fläche, Schrift neben Ausdruck und vieles anderes mehr. Alles gleichzeitig, alles neben allem. Und es kann auch heute noch staunend festgestellt werden; ja, dies alles gibt es also.

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