Sebastian Menzke: Ebenen
22. Februar—11. April 2020

Mit der Ausstellung »Ebenen« präsentiert die Galerie Arbeiten aus dem abstrakten Werk des Berliner Künstlers Sebastian Menzke. In mehr als 20 Werken wird ein Einblick in dessen künstlerische Arbeit auf Leinwand gegeben, die in einer abstrakten Vielgestaltigkeit auf sich aufmerksam macht. So bewegt sich die Malerei hier zwischen den Polen des Gegenständlichen und vollständig abstrakten, zwischen konzeptuellen und zuletzt immer freieren Ansätzen und wirft dabei Fragen u.a.  nach dem Verhältnis von Inhalt und Form, Hermeneutik und sinnlicher Betrachtung im abstrakten Kontext auf.

Die kompositorische Strenge insbesondere der Daiichi-Serie [ab 2015], in der geometrisch angelegte Linien Form und Bildgestaltung definieren, scheinen auf den Hintergrund des Künstlers zu verweisen, der ursprünglich Design mit Schwerpunkt Produktdesign studierte. Für die Jahre vor dem Studium beschreibt Menzke sich selbst jedoch zuweilen als Sprayer, später folgte ein vertieftes Interesse an der Ölmalerei. Und so mäandert auch seine Malerei zwischen jenem Stil ähnlich dem Präzisionismus der Moderne, einer Malweise, die sich gerne konzeptuell an konkreten Inhalten [bspw. der Fukushima-Katastrophe] rückbindet, sowie andererseits Werken und Bildstellen, in denen der Fokus auf dem Prozess und der Stofflichkeit der Farben liegt, in denen künstlerische Performanz anschaulich wird.

Insbesondere der virtuose Umgang mit Farbe und Farbwerten als kompositorischem Gestaltungsmittel gehört zu den großen Qualitäten seines Werks, gleich welchen Bildtyps im abstrakten Genre. Sie wird regelrecht syntaktische Kategorie, wenn man in der Betrachtung seinem Spiel aus Ebenen und Flächen, Raumentwicklung und Dynamisierung über Farbwerte und sinnlichen Farbverläufen folgt. Inhaltlich und formal behält sich der Künstler Menzke eine stilistische Offenheit vor und thematisiert die Möglichkeiten der Malerei dabei in Fakturen und in der Arbeit an Form selbst. Deutlich wird das etwa in der Anlehnung an Bildsprachen der Moderne, aber vor allem in der Integration von Formen aus gänzlich anderen visuellen Systemen wie dem Graffiti oder der gestisch-wackligen, rastlosen Strichführung der digitalen Bildbearbeitung aus Instagram oder Photoshops Radierwerkzeug. So zeigt die Ausstellung ein Spektrum abstrakter Malerei: grafische Abstraktion sowie geometrisch präzise Formensprachen stehen neben Malweisen, die Gesten unserer aktuellen visuellen Kultur zitieren oder der Intuition folgend auf der Bildoberfläche Haptik und eine Kultivierung der Farbe erkunden und die Idee eines Motivs dabei vollständig hinter sich lassen.
—Philipp Anders

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