David O’Kane in der Stiftung Starke,
»Der Spieler—Homo Ludens«
23. Februar—31. Mai 2013

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David O'Kane: Der Spieler, 2012, animated video HD, Blu-Ray, 5:55 min, Edition 10 
/Sammlung der Sparkasse Leipzig /Privatsammlung Leipzig
David O'Kane: Der Spieler, 2012, animated video HD, Blu-Ray, 5:55 min, Edition 10
/Sammlung der Sparkasse Leipzig /Privatsammlung Leipzig

Eröffnung:
Samstag, 23. Februar 2013 um 19 Uhr

Stiftung Starke [Löwenpalais]
Königsallee 30/32
14193 Berlin-Grunewald

 

David O’Kane studierte von 2007 bis 2012 bei Professor Neo Rauch an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. 2009 erhielt er sein Diplom mit Auszeichnung und 2012 wurde ihm die Auszeichnung Meisterschüler verliehen. Er besitzt ein First-Class Joint Honours Degree in Fine Art des irischen National College of Art & Design. 2008 wurde ihm in Limerick durch den Kuratur Hou Hanru der e v+a Open Award verliehen und 2009 erhielt er das renommierte Derek Hill Foundation Stipendium mit einem mehrmonatigen Aufenthalt in Italien an der British School of Rome. David O’Kane ist derzeit Artist in Residence der Stiftung Starke in Berlin.

Seine Werke umfassen eine große Medienvielfalt mit Schwerpunkt Malerei und Animation. Viele seiner Werke hinterfragen und erforschen mannigfaltige philosophische, psychologische und linguistische Begriffe mittels eines subjektiven Spektrums von Bildsprache. Die Bilder werden in ähnlicher Weise wie bei wissenschaftlichen Gedankenexperimenten eingesetzt, suchend nach einer Reaktion des Künstlers und des Betrachters.

O’Kane zeigt eine Auswahl von Werken, entstanden zwischen 2008 und 2013, die eine Übersicht über seine Arbeit seit Aufnahme des Studiums in Deutschland gibt. Im September 2012 präsentierte O’Kane als Höhepunkt seines Meisterschülerstudiums bei Professor Rauch in Leipzig zwei umfangreiche Einzelausstellungen. Der neu geschaffene Animationsfilm »Der Spieler« wurde auf beiden Ausstellungen gezeigt und anschließend gab er den Impuls für diese Ausstellung in der Stiftung Starke. Die Ausstellung organisiert eine Auswahl der Kunstwerke O’Kanes in Anlehnung an die Vorstellung, dass Spiel das primäre prägende Element in der menschlichen Kultur ist. Dieser Gedanke wurde von dem niederländischen Kulturhistoriker Johann Huizinga [1872–1945] in seinem grundlegenden Werk Homo Ludens. Vom Ursprung der Kultur im Spiel [1938] entwickelt und diskutiert.

Huizinga definiert darin das »Spiel« folgendermaßen: »Spiel ist eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die innerhalb gewisser festgesetzter Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selbst hat und begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und Freude und dem Bewußtsein des Andersseins als das gewöhnliche Leben.«1
Er geht aber sogar noch weiter, wenn er sagt: »Es [das Spiel] kann sich auf Höhen der Schönheit und Heiligkeit erheben, wo es den Ernst weit unter sich läßt.«2

Ludwig Wittgenstein verweist auf die Sprache als ein Spiel und Huizinga erkennt ebenfalls das spielerische Element in der Struktur der Sprache und des Sprechens. Die Kunstwerke dieser Ausstellung ermöglichen dem Betrachter, sich auf das Spiel der eigenen Interpretation einzulassen.`

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1 Huizinga, Johan: Homo Ludens. Vom Ursprung der Kultur im Spiel, S. 22.
2 Ebd. S. 17

 

 

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