Thomas Steinert »unterwegs mit Richard Wagner
22. Juni—27. Juli 2013    

Der Taufstein von 1615 in der Leipziger Thomaskirche 

Am 22. Mai 1813 wurde hier das neunte Kind von Wilhelm Wagner [1770-1813], Schreiber
bei der Polizei, und Rosine Wagner [1774-1848] auf den Namen Richard getauft. Der Vater
starb sechs Monate später. Seine Mutter heiratete im Jahr darauf, am 28. August 1814, den
Hofschauspieler und Hausfreund Ludwig Geyer [1779-1821]. Sie zog mit ihren Kindern zu
ihm nach Dresden, und gebar ihm noch eine Tochter.
[Der Altar hinter dem Taufstein stammt aus der 1968 abgerissenen Leipziger Paulinerkirche,
und die bemalten Fenster sind 1890 eingesetzt worden.]

Thomas Steinert, RW №01, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso /Richard Wagner, Leipzig, 1813
Die Nicolaischule in Leipzig

Weil Richards Schwestern Luise und Rosalie Engagements am Leipziger Theater erhielten, 
zog die Familie 1828 von Dresden nach Leipzig um. Hier trat er, wieder unter seinem 
Geburtsnamen Wagner, in das Nicolai-Gymnasium ein und wurde dabei um ein Jahr 
auf Obertertia zurückgestuft. Beim Wechsel zur Thomasschule 1830 standen auf 
seinem Zeugnis nur Vieren. 

Thomas Steinert, RW №02, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso /Richard Wagner, Leipzig, 1828
Das ehemalige Gartenrestaurant der Konditorei Kintschy im Leipziger Rosenental [heute Zoo Leipzig]

Bei einem der Unterhaltungskonzerte, die während der Sommermonate mehrmals 
in der Woche dort stattfanden, kam 1829 erstmals und anonym eine Komposition 
von Richard Wagner zur Aufführung.

Thomas Steinert, RW №03, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso /Richard Wagner, Leipzig, 1829
Der Quelltempel des Ferdinandsbrunnen in Marienbad

Richard Wagner unterzog sich hier vom 3. Juli bis 9. August 1845 einer Trink- und Badekur, 
die seine Nervosität mildern sollte. Gleichzeitig arbeitete er an drei neuen Opern und brach 
die Kur ab, weil er meinte, durch die streng regelmäßig einzuhaltenden Bäder verschlimmere 
sich seinen Zustand nur noch. Zur Rückreise nach Dresden über Eger, Karlsbad und Teplitz
ließ er sich 10 Tage Zeit.

Thomas Steinert, RW №06, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso /Richard Wagner, Marienbad, 1845
Im Felsenlabyrinth der Sächsischen Schweiz

Richard Wagner, der sich im Mai 1846 von seiner Stellung als Hofkapellmeister für drei Monate 
hatte beurlauben lassen, hoffte dort in ländlicher Abgeschiedenheit Ruhe zu finden. Er schrieb: 
»Ich laufe, liege im Wald, lese, esse und trinke, und suche das Musikmachen gänzlich zu 
vergessen, doch so nebenbei entstand die Kompositionsskizze zur Oper Lohengrin.«
Zum letzten Mal war Wagner im November 1881 hier, als er von Dresden aus mit seiner Familie 
Ausflüge in dieser Gegend unternahm.

Thomas Steinert, RW №07a, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso /Richard Wagner, Sächsische Schweiz, DE, 1846
Der Neptun-Brunnen im Garten des Marcolinischen Palais in Dresden

Im April 1847 mietete sich die Familie Wagner in die I. Etage eines Seitenflügels 
im Marcolinischen Palais ein.
Richard Wagner, Mein Leben: »Tägliche Ausflüge in die nächste Umgegend der vom
Elbufer nach dem Plauenschen Grund sich hinziehenden Höhen, welche ich meistens
einsam nur von Peps begleitet antrat, führten stets zu angenehm produktiver Sammlung.
Zugleich aber gewann ich wie fast sonst nie die Befähigung zu gutgelauntem Umgang
mit Freunden und Bekannten, welche zu Zeiten gern im Marcolinischen Garten sich
einfanden, mein einfaches Abendmahl mit mir zu teilen. Oft fanden mich die Besuche
dann auf den höchsten Zweigen eines Baumes oder auf dem Nacken des Neptun, welcher
als Mittelpunkt einer kolossalen Statuengruppe in einem leider stets trocknen Bassin aus
der alten Glorienzeit dieses Marcolinischen Grundstückes figurierte. Es machte mir dann
Vergnügen, mit meinen Bekannten auf dem breiten Trottoir des nach dem eigentlichen
Palais zuführenden Hauptganges auf- und abzuschreiten, welches im verhängnisvollen
Jahre 1813 besonders für Napoleon, als er dort sein Hauptquartier aufgeschlagen hatte,
gelegt worden war.«
Als Wagner 1849 aus Dresden floh hinterließ er 15.000 Taler Schulden.

Thomas Steinert, RW №07b, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso /Richard Wagner, Dresden, 1847Das Grab der Schwester Rosalie und der Mutter Richard Wagners auf dem Alten Johannisfriedhof, Leipzig

Seine Schwester hatte 1836 den 7 Jahre jüngeren Privatdozenten Oswald Marbach geheiratet und 
starb im Jahr darauf, fünf Tage nach der Geburt einer Tochter.
Die Mutter Rosine folgte ihr 74jährig am 9. Januar 1848 nach.
Richard Wagner, Mein Leben: »Es war ein schneidend kalter Morgen, als wir den Sarg auf dem
Kirchhof in die Gruft senkten; die festgefrornen Erdschollen, welche wir statt der Handvoll leichter
Erde dem Gebrauch nach auf dessen Deckel hinabzustreuen hatten, erschreckten mich durch ihr
wildes Gepolter. Auf dem Heimweg zum Hause meines Schwagers Hermann Brockhaus, wo die
Familie auf eine Stunde sich vereinigte, begleitete mich allein Heinrich Laube, welcher meine
Mutter sehr liebgehabt hatte. Er äußerte seine Besorgnis über mein ganz ungewöhnlich
angegriffenes Aussehen. Dann begleitete er mich noch zum Bahnhof, und hier fanden wir
Worte für den ungemeinen Druck, der uns auf jeder edlen Bestrebung gegenüber einer
gänzlich in das Nichtswürdige versinkenden Zeittendenz zu liegen schien«.
Auch Wagners Vater, der mit 43 Jahren an Typhus gestorben war, ist 1813 auf diesem
Friedhof beerdigt worden.

Thomas Steinert, RW №08, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso /Richard Wagner, Leipzig, 1848
Das Dresdener Elbufer mit Brühlscher Terrasse, Schloß und Hofkirche.

Am 5. April 1846 hatte Richard Wagner im Pöppelmannschen Opernhaus in Dresden zum ersten
Mal die 9. Symphonie von Beethoven dirigiert. Mit 2.000 Plätzen war es das größte Opernhaus
Deutschlands. Auf Anregung des reisenden Anarchisten Bakunin wurde es am 6. Mai 1849
angezündet, um freies Schußfeld für eine unter Gottfried Sempers Anleitung errichtete Barrikade
zu gewinnen. Dabei griff das Feuer auch auf Teile des Zwingers über. Da der sächsische
Ministerpräsidenten Beust glaubte auch die Signatur Wagners unter dem Befehl zur Brandlegung
zu erkennen, setzte er ihn am 19. Mai 1849 auf die Fahndungsliste. Richard Wagner, der bereits
am 8. Mai aus Dresden geflohen war, äußerte sich zu diesen Anschuldigungen in seinen Memoiren:
»Man sagte mir, es sei, um einen gefährlichen Angriff der Truppen von dieser bloßgelegten Seite
zu begegnen und zugleich die berühmte Sempersche Barrikade vor einer übermächtigen
Überrumplung zu schützen, aus strategischen Gründen in Brand gesteckt worden: woraus ich mir
entnahm, daß derlei Gründe in der Welt ein für allemal mächtiger als ästhetische Motive bleiben,
aus welchen seit längerer Zeit vergeblich nach Abtragung dieses häßlichen, den eleganten
Zwinger so arg entstellenden Gebäudes verlangt war«.
Als er 13 Jahre später amnestiert wurde, reiste er am 5. November 1862 nach Dresden um sich
persönlich bei Beust dafür zu bedanken. Dieser konfrontierte ihn mit dem besagten Schriftstück
und nahm ihm das Versprechen ab nie mehr mit Dresdener Theatern persönlich in Kontakt zu
treten.

Thomas Steinert, RW №09, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso /Richard Wagner, Dresden, 1849
Ausblick vom Rigi über den von Wolken bedeckten Vierwaldstädtersee nach dem Oberalpstock

Ende August 1850, aus Anlass der Uraufführung der Oper Lohengrin am 28. August durch Franz
Liszt in Weimar, bestieg Richard Wagner mit seiner Frau Minna, ihrer Tochter und Minnas älterer
Schwester diesen Berg zu Fuß, und sie verbrachten einige Tage im Hotel auf seinem Gipfel.
Karl Ritter, der in Zürich bei ihnen wohnte, war von Wagner zur Beobachtung der Premiere
nach Weimar geschickt worden.

Thomas Steinert, RW №11, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso /Richard Wagner, Vierwaldstädtersee, 1850
Der Vierwaldstädtersee bei Beckenried

Im Sommer 1851 kam Richard Wagners junger Freund Theodor Uhlig [1822-1853], Geiger am
Dresdener Hoftheater, zu einem seit langem geplanten Besuch. Wagner holte ihn mit Karl Ritter
am 5. Juli in Rorschach ab, und sie wanderten durchs Appenzeller Land auf den 2.500 m hohen
Säntis und auf der anderen Seite weiter durchs Toggenburger Tal zum Zürichsee.
Zu ihrer zweiten Wanderreise brachen sie am 30. Juli von Zürich auf. Zwei Tage später trafen
sie mit dem Schiff von Brunnen kommend in Beckenried am Vierwaldstädtersee ein und
marschierten in 7 Stunden über Engelberg und den Suren-Pass hinunter ins Reusstal
nach Amsteg an der Gotthardtstraße.

Thomas Steinert, RW №12, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso /Richard Wagner, Vierwaldstädtersee, 1851
Der Chärstelenbach im Maderanertal

Am nächsten Morgen wanderten sie in dieses wegen seiner Ursprünglichkeit gerühmte Tal. Aus
einem zeitgenössischen Reiseführer: »Es ist ein prächtiger Weg von Amsteg in das interessante
Tal hinauf, ein wahrer Spaziergang, der freilich von Amsteg um mehr als 2.000 Fuß steigt aber
immer Abwechslung von Wald, Alpen und Wasser darbietet, die mit betäubendem Geräusch zur
Tiefe stürzen. Wer nicht zu Fuß gehen kann, findet in Amsteg die nöthigen Reitthiere«.

Thomas Steinert, RW №13, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso /Richard Wagner, Maderanertal, CH, 1851
Der Talschluß und die Reste des Hüfi-Gletschers

Richard Wagner, Mein Leben: »Dort gelangten wir bis an den Hüfi-Gletscher, von wo aus wir den
Blick in die erhabene Gebirgswelt, welche sich dort mit dem Tödy abschließt, warfen. Am gleichen
Tage wieder zurück nach Amsteg gelangt, fühlten wir uns endlich doch hinreichend erschöpft, so
daß es mir gelang, meinen für den andren Tag zur Besteigung des Klausen-Passes im
Schächen-Tal höchst günstig gestimmten Freund hiervon abzubringen und zur
behaglichen Rückreise über Flüelen zu bewegen«.

Thomas Steinert, RW №14, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso /Richard Wagner, Maderanertal, CH, 1851
Ausblick von der Wengeneralp in das Tal von Lauterbrunnen

Am vierten Tag wanderte er zu dem an einem Saumweg gelegenen Hotel de la Jungfrau auf der
Wengeneralp, 1.885 m. Die nächste Etappe über die Kleine Scheidegg, 2.061 m, endete im Ort
Grindelwald, 1.034 m. Von dort bestieg er das 2.681 m hohe Faulhorn, auf dem seit 1832 ein
Hotel stand.

Thomas Steinert, RW №16, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso /Richard Wagner, Wengeneralp, CH, 1852
Ein Ausblick vom Romantikerweg nach den Engelhörnern

Auf diesem Weg, der vom Faulhorn ins Tal von Rosenlauibad nach Meiringen führt, waren vor
ihm schon Chamisso 1812, Lord Byron 1816 und Felix Mendelssohn-Bartholdy 1831 gegangen.

Thomas Steinert, RW №17, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso /Richard Wagner, Rosenlauibad, CH, 1852
An der Straße zum Grimselpass

Von Meiringen aus nahm Richard Wagner den kürzesten Weg nach Italien über Innertkirchen und
Guttannen zum Grimselpass, wo er im Grimsel-Hospital übernachtete. Am nächsten Tag bestieg er
mit einem Führer das 2.764 m hohe Siedelhorn und leerte oben à la Fürst Pückler eine Flasche
Champagner. Auf der Südseite ging es hinunter nach Obergestelen, wo er sich zwei Tage lang
ausruhte, und um wie verabredet auf Herwegh zu warten.

Thomas Steinert, RW №19, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso /Richard Wagner, Handegg, CH, 1852
Das Ostufer der Isola Bella im Lago Maggiore – Uferpromenade am Lago Maggiore bei Baveno

Als der nicht kam, wanderte er mit seinem Führer über den 2.479 m hohen Griespaß weiter bis zum
italienischem Dorf Formazza. Von dort ging er allein weiter bis Domodossola und legte dann am
19. Juli die Strecke bis Baveno in der Kutsche zurück.
Mein Leben: »Kurz nach Sonnenuntergang gewann ich noch den Anblick der aus dem Lago Maggiore
anmutig aufsteigenden Borromeischen Inseln und konnte nun wieder vor Freude über das morgen
zu Erlebende nicht schlafen. Der Besuch der Inseln selbst entzückte mich des andren Tages so sehr,
daß ich nicht recht begreifen konnte, wie ich zu so etwas Anmutigem käme und was ich damit
anfangen sollte«.

Thomas Steinert, RW №20, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso /Richard Wagner, Baveno, IT, 1852
Ausblick vom ehemaligen Kloster Madonna del Sasso über Locarno und den Lago Maggiore

Nachdem er am 20. Juli 1852 die Isola Bella besichtigt hatte, fuhr er noch am gleichen Tag 
mit dem Dampfer weiter nach Locarno und nahm dort Quartier.

Thomas Steinert, RW №21, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso /Richard Wagner, Locarno, CH, 1852
Ausblick vom Majola-Pass nach Italien ins Bergell

Am 21. Juli 1853 unternahmen Wagner und Herwegh eine Wagenfahrt auf der 1828 fertiggestellten
Paß-Straße von St. Moritz bis hinunter ins italienische Chiavenna.

Thomas Steinert, RW №26a, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso /Richard Wagner, Maloja, CH, 1853
Ein Ausblick vom Weg zum Roseg-Gletscher

Am 24. Juli fuhren sie ins Roseg-Tal und stiegen mit dem Schulmeister aus Samaden als Führer
auf den Gletscher. Mein Leben: »Wiederum, und diesmal in gesteigertem Grade, empfing ich den
erhabenen Eindruck der Heiligkeit der Öde und der fast gewaltsam beschwichtigenden Ruhe,
welche jedes Erstorbensein der Vegetation auf das pulsierende Leben des menschlichen
Organismus hervorbringt. Nachdem wir zwei Stunden lang tief in die Gletscherstraße
hineingewandert waren, mußte uns ein mitgebrachtes Mahl mit in den Eisspalten
frappiertem Champagner für den schwierigen Rückweg stärken«.
Wagners Held Siegfried beginnt die 3. Szene der gleichnamigen Oper mit den Worten: 
»Selige Öde auf wonniger Höh'!«

Thomas Steinert, RW №26b, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso /Richard Wagner, Roseg, CH, 1853
Die Mittelmeerküste bei La Spezia

Seine erste Italienreise resümierend schrieb er an Franz Liszt: »In Genua wurde ich unwohl,
fühlte mit Schrecken mein Alleinsein, wollte Italien noch forcieren, ging nach Spezia; das
Unwohlsein nahm zu: an Genuß war nicht zu denken. Da kehrte ich um, – um zu krepieren
– oder – zu komponieren – Eines oder das Andere: nichts sonst bleibt mir übrig. Da hast 
Du meine ganze Reisegeschichte, – meine ›italienische Reise‹!«
In den Memoiren berichtet er dagegen, eine schlaflose Nacht in La Spezia habe ihm den
Es-Dur Akkord eingegeben, mit dem er die Komposition der Oper ›Das Rheingold‹ 
schon im Zug auf der Rückreise begann.

Thomas Steinert, RW №29, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso /Richard Wagner, La Sepzia, IT, 1853
Der Dampfer ›Schiller‹ mit Kurs auf Brunnen am Vierwaldstädter

Nachdem sie von Luzern kommend dort Anfang Juli 1854 setzten Richard Wagner zusammen mit
der Familie seines Mäzens Otto Wesendonck ihren mehrtägigen Ausflug zum Klöntalsee fort, der
wieder in Brunnen im Hotel Zum Goldenen Adler endete. Am nächsten Tag fuhr Wagner über den
See zum Hotel Sonnenberg, wo sich seine Frau seit dem 14. Juli zur Kur aufhielt. Von dort schrieb
er an Franz Liszt: »Keines meiner letzten Lebensjahre ist an mir vorübergegangen, ohne das ich
nicht einmal darin am äußersten Ende des Entschlusses gestanden hätte, meinem Leben ein Ende
zu machen. Es ist alles darin so verfahren, so verloren! Durch eine vorschnelle Heirat im 23. Jahre
mit einer achtungswerten, aber mir ganz unangehörigen Frau bin ich ein fürs Leben Verfemter
geworden. Wahrlich, ich lebte bis in mein 36. Jahr, ehe ich jener furchtbaren Öde ganz inne ward.
Bis dahin erhielt sich mein Wesen durch das Gleichgewicht zweier in mir streitenden Elemente
des Verlangens, von denen ich das eine durch meine Kunst zu stillen suchte, während ich dem
anderen periodenweise durch brünstige, phantastische, sinnliche Ausschweifungen Luft machte!«

Thomas Steinert 
RW №30, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Brunnen, CH, 1854
Das Caffè Florian auf den Markusplatz in Venedig

Die nachmittäglichen Ausflüge von Wagner und Ritter in Venedig endeten zumeist im 
Caffè Florian am Markusplatz. 
Wagners Biograf Glasenapp schreibt: »Wenn er an der Piazzetta ausgestiegen war, wandte er 
sich ruhigen Schritts dem Café zu, wo er bei schönem Wetter gern im Freien saß. … Manchmal
kam es vor, daß der Kapellmeister in der Menge den Maestro erkannte; dann stieg er von der
Bühne herab, näherte sich ihm und bat ihn, ihnen die Ehre zu erweisen, selbst zu dirigieren.
Und der Maestro stand unter Beifall des Publikums auf, das ihn an seiner charakteristischen
Kopfbedeckung, einem großen samtenen Barett erkannt hatte, stieg langsam auf das
Dirigentenpult, nahm den Taktstock in die Hand und dirigierte den ›Einzug der Götter in die
Walhalla‹, die Ouvertüre des Tannhäuser oder ein anderes Stück, dem die Menge auf der
Piazza in andächtigem Schweigen lauschte«.

Thomas Steinert
RW №33, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Venedig, 1858Das Caffè Florian auf den Markusplatz in Venedig

Es besteht seit 1720, die Ausstattung ist seit 1858 unverändert, und alle 
Berühmtheiten der Welt [Goethe, Lord Byron, Honoré de Balzac, Giacomo 
Casanova, Marcel Proust, Richard Wagner, Thomas Mann, Hugo von 
Hofmannsthal, Jean Cocteau, Jorge Luis Borges] waren hier zu Gast. 

Aus einem Brief Richard Wagners während seines Aufenthalts 1858-59 
in Venedig an Franz Liszt: »Nachdem ich mit Ritter am 21. Oktober 
abgemacht, wir wollten gemeinschaftlich Dir zum Geburtstage gratulieren, 
kam er am 22. und berichtete, er habe soeben schon telegraphiert. Dafür 
hatte ich mich zu rächen und veranstaltete für uns ein Diner am Markusplatze, 
mit Austern und Champagner, wozu uns auf dem Platze die Rienzi-Ouvertüre 
vom Militär ganz vortrefflich gespielt wurde. Wir stießen dabei auf Dein Wohl 
an und feierten so einen ganz wunderhübschen Abend.«

Thomas Steinert
RW №33b, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Venedig, 1858 Auf dem Dach des Mailänder Domes

Während seines Aufenthalts 1858-59 in Venedig hatte Wagner unter polizeilicher Beobachtung
gestanden, und der sächsische Regierungschef Beust setzte schließlich seine Ausweisung zum
1. Februar 1859 durch, doch die örtlichen Behörden hatten es damit nicht so eilig. Erst am
24. März verließ Wagner Venedig, nachdem er fünf Tage zuvor den 2. Akt von Tristan und
Isolde beendete hatte, um in Luzern den 3. Akt in Angriff zu nehmen. In Milano machte
Wagner drei Tage Station, besichtigte die Sehenswürdigkeiten der Stadt und besonders
den Dom, auf dessen Dach er herumspazierte und berichtete:
»Der ist doch großartig bis zur Langweiligkeit«.

Thomas Steinert
RW №34, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Mailand, 1859
Das Denkmal für Augusta von Sachsen-Weimar in Baden-Baden

Sie war die Frau des preußischen Prinz-Regenten, und nachmaligen deutschen Kaisers 
Wilhelm I., und zeichnete sich durch wohltätiges Wirken aus. Als Richard Wagner Ende 
Juli 1860 in Deutschland, jedoch nicht in Sachsen, amnestiert wurde, reiste er am 
16. August zu ihr nach Baden-Baden um sich ihrer Fürsprache für seine 
vollständige Amnestierung zu erbitten, was ihm aber nicht gelang.

Thomas Steinert
RW №35, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Baden-Baden, 1860Die Gondelstation vor dem Hotel Danieli in Venedig

Am 6. November 1861 nahm Richard Wagner auf Einladung seines Mäzens Otto Wesendonck 
in diesem Hotel, das im 19. Jahrhundert ein weltbekannter Künstlertreff war, Quartier. Er hatte 
sich Hoffnung gemacht, die innige Beziehung zu dessen Frau, die gerade mit ihrem fünften Kind
schwanger ging, ungestört von seiner eigenen Frau wieder aufnehmen zu können. Statt dessen
sollte er sich unter der Führung ihres Gatten, der seiner Auffassung nach von Kunst nicht das
geringste verstand, einem Besichtigungsprogramm zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt
anschließen. Das hielt Wagner vier Tage aus und reiste dann zu aller Verwunderung ab.

Thomas Steinert
RW №36, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Venedig, 1861
Die Furrengasse in Luzern

Hier befand sich Wagners Stammkneipe, die auf einem Spazierweg von Tribschen aus
in 30 Minuten leicht zu erreichen war.

Thomas Steinert
RW №40, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Luzern, 1867
Ausblick über den Comer See vom Park der Villa Melzi

Vom 14. September bis zum 6. Oktober 1868 reiste Richard Wagner mit Cosima von Bülow und
einem Diener nach Oberitalien. Sie zeigte ihm dabei diesen Ort, an dem sie am 24. Dezember 1837
geboren wurde, und er hielt Ausschau nach einer Villa am See, die sich zum Alterssitz eignen würde.

Thomas Steinert
RW №41, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Comer See, IT, 1868
Die Wohnung von Prof. Hermann Brockhaus in Leipzig
[vor Umnummerierung 1875: Querstraße Nr. 15-16, II. Etage]

Bei einer Abendgesellschaft im Familienkreis traf Richard Wagner hier am 8. November 1868 auf
den Studenten Friedrich Nietzsche, der Wagner als Kenner seiner Werke und bereits promoviert
vorgestellt wurde. Als Nietzsche sich auch noch zur Philosophie Schopenhauers bekannte, lud
Wagner den 31 Jahre jüngeren zu sich nach Tribschen ein.
Wagners Schwester Ottilie [1811-1883] war mit Professor Hermann Brockhaus verheiratet, dessen
Lieblingsschüler Ernst Windisch die Einladung für seinen Mitstudenten Nietzsche zum
Familientreffen arrangiert hatte. Die anderen Gäste waren Clemens Brockhaus, Prof. Rietschel mit
Frau, Wagners Schwester Luise [1805-1872] verheiratet mit dem Verleger Friedrich Brockhaus, der
1865 gestorben war, sowie Prof. Oswald Marbach, der Wagners Schwester Rosalie [1803-1837]
geheiratet hatte. Richard Wagner unterhielt die Gesellschaft mit einer Lesung jenes Kapitels aus
seinen Memoiren, das seine Beteiligung an den Unruhen von 1830 in Leipzig beschreibt.

Thomas Steinert
RW №43, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Leipzig, 1868
Blick vom Eingang des Münchener Staatstheaters zur Residenz Ludwig II., König von Bayern

Der bayerische König hatte in seinem Stadtschloß 1864 für Wagner eine Wohnung mit 
Komponierzimmer einrichten lassen. Bei seiner Reise von Tribschen nach Leipzig im 
November 1868 machte Richard Wagner sowohl bei der Hin- als auch bei der Rückfahrt 
in München Station, um vom König Audienz zu erbitten, doch der ließ ihn nicht vor. 
Es war für Ludwig II. schon eine große moralische Enttäuschung und ein schwerer 
Vertrauensbruch gewesen, von der Affäre seines Hofkomponisten mit der Frau seines 
Hofkapellmeisters erst aus zweiter Hand zu erfahren. Nun musste er auch noch 
befürchten, in die Auseinandersetzung um die Scheidung hineingezogen zu werden.

Thomas Steinert
RW №44, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, München, 1868 
Ausblick aus der I. Etage des Landhauses zum Vierwaldstädtersee und dem Rigi

Hier war Cosima von Bülow mit ihren Kindern Isolde und Eva am 16. November 1868 für immer
eingezogen, und Wagner wechselte ins Erdgeschoß. Wann immer Friedrich Nietzsche in den
Jahren von 1869 bis 1872 aus Basel zu Besuch kam, standen für ihn in der II. Etage zwei
Zimmer als sogenannte ›Denkstübchen‹ bereit.

Thomas Steinert
RW №45, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Tribschen, CH, 1868 
Ausblick vom Gipfel des Pilatus nach Osten über den Vierwaldstädtersee

Seit dem Wagner in Tribschen wohnte, unternahm er zum ersten Mal mit seiner neuen Familie
vom 10. bis zum 15. Juli 1870 einen Ausflug auf diesen Berg.
Allein war er erstmals am 14. August 1859 oben gewesen. Richard Wagner an Mathilde Wesendonck
am 24. August 1859: »Des Weiteren bleibt es dabei, daß ich keinen eigenen Schwindel, sondern nur
sympathetischen habe. Das sah ich wieder auf dem Pilatus, wo ich ruhig in den tiefsten Abgrund zu
meinen Füssen hinabblickte, plötzlich aber von einer ganz wahnsinnigen Unruhe erfasst wurde, als
ich auf meinen Begleiter sah, der, wie ich, am Abgrunde ging. So bin ich auch weniger um mich
besorgt, als um den, der von mir abhängt«.

Thomas Steinert
RW №46, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Pilatus bei Tribschen, CH, 1870 
Die Straßenfront vom Haus Wahnfried in Bayreuth

Die Büste des jugendlichen bayerischen Königs Ludwig II. von Caspar Zumbusch ziert seit 
dem 22. Juli 1875 das Rondell vor dem Haupteingang. Nach seiner Übersiedlung nach Bayreuth 
am 24. April 1872 hatte Richard Wagner noch zwei Jahre warten müssen, bis er seine Villa 
beziehen konnte.
Richard Wagner an Nietzsche in Basel am 27. Februar 1874:
»Im Mai ist unser Haus fertig: Ihr Zimmer steht dann bereit [neben C-Salon].
Ich hoffe, Sie ruhen auch einmal hier aus, es ist in der Nähe gebirgig genug!«.
Richard Wagner an Nietzsche in Basel am 9. Juni 1874:
»Oh, Freund! Warum kommen Sie nicht zu uns?
Ich finde für Alles einen Ausweg – oder: wie Sie‘s nennen wollen.
Nur nicht so abgesondert! Ich kann Ihnen dann nichts sein. Ihr Zimmer ist bereit.
Doch – oder vielmehr: Jedoch! - oder auch: ›wenn schon!‹ –
Im Augenblick nach dem Empfang Ihrer letzten Zeilen. Ein andres Mal mehr.
Von Herzen Ihr R. W.«

Thomas Steinert
RW №47, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Bayreuth, 1874Die Kämmereigasse in der Altstadt von Bayreuth

Fast täglich spazierte Richard Wagner von seiner Villa mit seinen frei laufenden Hunden durch den
Hofgarten zum ärztlich verordneten ›Morgentrunk‹ dorthin, wo sich an der Ecke zur Kirchgasse
seine Stammkneipe ›Zur Eule‹ befand.

Thomas Steinert
RW №48, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Bayreuth, 1874 
Die Deckengestaltung im Zuschauerraum des Festspielhauses

Am Sonntag den 13. August 1876 fand die Uraufführung des Rings des Nibelungen statt, zu der
Künstler aus aller Welt anreisten. Zum 2. und 3. Aufführungs-Zyklus dagegen blieb das Publikum
aus, was Wagner der negativen Berichterstattung durch die Presse anlastete. Wegen des Defizits
von 148.000 Mark [ca. 1 Mio. €] gab es die nächsten 6 Jahre keine Festspiele mehr.

Friedrich Nietzsche, Ecce Homo, 1. Fassung, Oktober 1888: »Man hatte das ganze müssig-
gängerische Gesindel Europas beieinander, und jeder beliebige Fürst gieng in Wagner‘s Haus aus
und ein, wie als ob es sich um einen Sport mehr handelte. Und im Grunde war es auch nicht mehr.
Man hatte einen Kunst-Vorwand mehr zu den alten Vorwänden hinzuentdeckt, eine große Oper mit
Hindernissen; man fand in der durch ihre geheime Sexualität überredenden Musik Wagners ein
Bindemittel für eine Gesellschaft, in der Jedermann seinen plaisirs nachgieng. Der Rest und, wenn
man will, auch die Unschuld der Sache, ihre ›Idealisten‹ waren die Idioten, die Nohl, Pohl, Kohl –
letzterer, wie bekannt, der genius loci in Bayreuth – , die eigentlichen Wagnerianer von Rasse, eine
gott- und geistverlassene Bande, die Alles gläubig hinunterfraß, was der Meister ›abfallen‹ ließ«.

Thomas Steinert
RW №50, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Bayreuth, 1876
Das Hotel Vittoria in Sorrent

Es wurde 1834 direkt am 50 m hohen Felsabsturz zum Meer erbaut. In ihm nahm die Familie
Wagner am 29. September 1876 in der 3. Etage Quartier. Mit ihnen angereist war auch der
Bayreuther Barbier Bernhard Schnappauf, der Wagner während der Festspiele als Postillion
d’ Amour gedient hatte. Nachdem er an Wagner sein morgendliches Handwerk vollzogen hatte,
arbeitete dieser am Textbuch von Parzival, das kurz vor der Vollendung stand. Nachmittags
badete man mit den Kindern im Meer oder machte Ausflüge, die bis nach Pompeji führten.

Thomas Steinert
RW №52, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm 
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Sorrent, IT, 1876
Die Fähre von Sorrent nach Capri

Am 9. Oktober unternahm die Familie Wagner einen Tagesausflug zu dieser Insel. Dort ließen sie
sich im Hotel von einer Musikgruppe eine Tarantella vortanzen. Zum Abschluss wurde zu Ehren
Wagners spontan das Kriegslied ›Die Wacht am Rhein‹ intoniert, das im Kaiserreich den Status
einer Nationalhymne hatte.

Thomas Steinert
RW №53, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Sorrent, IT, 1876
Der Glockenturm des Doms von Pisa

Dieser Kirchenbau war neben der Markuskirche von Venedig und dem Dom in Siena der einzige, der
Wagner gefiel. Er besichtigte ihn im Herbst 1876 auf der Rückreise von Sorrent nach Bayreuth.

Thomas Steinert
RW №58, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Pisa, IT, 1876
 Der Marmorsaal im Kurhaus von Bad Ems

Hier befand sich von 1720 bis 1872 die älteste Spielbank Deutschlands, wo der von Wagner
verabscheute Jaques Offenbach jeden Sommer von 1858 bis 1876 vor der höchsten Gesellschaft
mit seiner ›demoralisierenden‹ Musik Triumphe gefeiert hatte. Auch der preußische König und
spätere Kaiser Wilhelm I. kam von 1867 bis 1887 jeden Sommer nach Bad Ems zur Kur. Richard
Wagner mietete sich dort mit seiner Familie für den Juni 1877 in eine leerstehende Villa ein, die
sich 1846 ein russischer Oligarch hatte bauen lassen. Vielleicht machte er sich Hoffnungen, vom
Kaiser finanzielle Unterstützung zur Weiterführung der Festspiele zu erlangen. Sein ehemaliger
Freund Herwegh verspottete ihn dafür schon 1873:
»Ertrage heroisch dies Mißgeschick
Und mache dir klar, mein Bester,
Die einzig wahre Zukunftsmusik
Ist schließlich doch Krupps Orchester«.

Thomas Steinert
RW №59, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Bad Ems, DE, 1877
Der Garten der Villa Rufolo

Am 25. Mai unternahm die Familie Wagner mit der Eisenbahn im Salonwagen des bayerischen 
Königs einen Ausflug nach Amalfi. Von dort ging es am nächsten Tag zu Pferd in 1,5 Stunden 
zur 374 m hochgelegenen Normannenstadt Ravello.
Die Gärten des von einem Engländer wiederhergerichteten Palazzo aus dem 12. Jahrhundert
inspirierten Wagner für das Bühnenbild Klingsors Zaubergarten in der Oper Parzival.

Thomas Steinert
RW №62, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Ravello, IT, 1880
Der Kreuzgang des Klosters von Monreale bei Palermo

Eine der ersten Spazierfahrten führten zu diesem ehemaligen Benediktinerkloster und Cosima
notierte Wagners bewundernde Worte: »Was sind das für Menschen gewesen, die so etwas
erbauten!«. Am 13. Januar 1882 vollendete Richard Wagner die Partitur von Parzival.
Weil es ihm im Hotel zu unruhig wurde, zog die Familie am 2. Februar in die
unbeheizbare und unmöblierte Villa eines Adligen in Porazzi.

Thomas Steinert
RW №65, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Monreale, IT, 1881
Landschaft am Fuße des Ätna bei Acireale

Am 20. März wechselte die Familie Wagner abermals das Quartier. Diesmal über Hunderte Kilometer
von der Nord- auf die Ostseite der Insel ins Hotel des Bains in Acireale. Auch von dort aus wurden
viele Ausflüge zumeist im Wagen unternommen.

Thomas Steinert
RW №66a, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Acireale, IT, 1882Das griechische Theater von Taormina

Biograph Glasenapp: »Dann wieder ging es einmal nach Taormina mit den 
guterhaltenen ausdrucksvollen Überresten seines antiken – griechisch-römischen – 
Theaters auf ragendem Vorgebirge, mit prachtvollem Ausblick auf den Ätna, auf das 
Meer und das hochgelegene Mola mit seinem am Felsen klebenden Kastell. Das Gefühl 
der Freude an dem höchsten Ausdruck einer Volkskultur, wie dieses Theater, mit seinen 
edlen Proportionen und den aus ihren Trümmern teilweise wiederaufgerichteten Säulen, 
ging Hand in Hand mit den, durch den Anblick der immer höher aufgenisteten Burgen 
der mittelalterlichen Landesherren angeregten Empfindungen: mußte man einerseits 
über die darin ausgedrückte Vorsicht in Heiterkeit geraten, so gab es zugleich die 
anschaulichste Vorstellung von der Beschaffenheit dieser alten Kulturen 
als bloßer ›Räuberkulturen‹«.
Nach Wagners Tod erwog Nietzsche, sich für den Winter 1884 
in Taormina niederzulassen.

Thomas Steinert
RW №67, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Taormina, IT, 1882Olivenhain bei Catania

Ostern 1882 notierte Cosima folgende Gedanken ihres Mannes: »Die Seele lechze heute
im Theater nach der Musik, nach der vollkommenen Idealität des Klanges; in Shakespeares
Theater müsse es anders gewesen sein. Es war gerade Karfreitag, und alles draußen in vollem
Blumenflor. Er gedachte dabei des Karfreitags im Norden, der doch manchmal so schön und
durch das erste Hervorblicken von Knospen und Blümchen rührend sei, so z.B. im Züricher
›Asyl‹, wo der erste Gedanke zum ›Parsifal‹ ihm gekommen sei«.

Thomas Steinert
RW №68, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, bei Catania, IT, 1882Der antike Löwe aus Piräus vor dem Tor zu den Arsenale von Venedig

Auf der Rückreise von Sizilien nach Bayreuth war die Familie Wagner am 15. April 1882 zu einem
vierzehntägigen Zwischenaufenthalt in Venedig eingetroffen und hatte im Hotel Danieli Quartier
genommen. Bei ihrem ersten Spaziergang am 16. April auf der Riva degli Schiavoni bis zum Arsenal
notierte Cosima den Ausspruch Wagners beim Anblick dieses Löwen: »so ein ideales Wesen, das
man nie gesehen! – so sollten mein Fafner und Fasolt aussehen!«. Am Abend korrigiere er sich und
sagte: »Der Löwe ist mein Wotan«, und dass er symbolisch gemeint sei und einst in Marathon als
Siegesdenkmal gestanden habe.
Wagner über Wotan: »Wotan schwingt sich bis zur tragischen Höhe auf, seinen Untergang zu
wollen. Dies ist alles, was wir aus der Geschichte der Menschheit zu lernen haben:
das Notwendige zu wollen und selbst zu vollbringen«.

Thomas Steinert
RW №69, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Venedig, IT, 1882Der Orchestergraben und der Zuschauerraum vom Festspielhaus in Bayreuth

Am 2. Juli 1882 begannen die Proben zu Uraufführung von Parzival am 26. Juli. Damit 
Ludwig II. dabei ungesehen zu seiner Loge gelangen konnte, war am Theater ein Vorbau 
errichtet worden. Aber der bayerische König kam nicht. Bei einer Tischrede nach dem 
1. Akt bezeichnete Wagner seine Anhänger als: »so dumm, daß man Wände mit ihnen 
durchrennen könnte«. Dem fulminanten Erfolg der Festspiele tat das aber keinen 
Abbruch. Nachdem er am 29. August von diesem Stuhl aus den Schluß der 16. und 
letzten Aufführung dirigiert hatte, richtete er dankende Worte an das Orchester,
während das Publikum nicht aufhörte ihn herauszurufen. Wagner kam aber 
nicht auf die Bühne, vielleicht weil er befürchtete eine weitere Aufregung 
nicht zu überleben.

Thomas Steinert
RW №70, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Bayreuth, 1882 Der Eingang zum Palazzo Vendramin von der Landseite

Am 16. September 1882 traf die Familie Wagner zu ihrem Winteraufenthalt in Venedig ein.
Zwei Tage später bezogen sie im niedrigen Zwischengeschoß des Seitenflügels dieses Palastes
15 Zimmer. Zusätzlich stand ihnen im Hauptgebäude ein großer Raum als Salon zur Verfügung.
Die Jahresmiete belief sich auf 6.000 Franken.

Thomas Steinert
RW №71, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Venedig, 1882Unter den Arkaden des Dogenpalastes

Hier am Kanal, über welchen die Seufzerbrücke führt, endet die Steinbank welche am Eingang der
Basilica San Marco beginnt. Auf ihr saß der 69jährige Wagner oft und am liebsten allein, um
unbemerkt und ungestört dem Leben und Treiben auf dem Markusplatz und, über die Piazetta
hinweg, auch dem auf der Lagune zuzuschauen. Sein Wunsch war es, hier zu sterben.

Thomas Steinert
RW №72, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Venedig, 1882Der Canal Grande an der Rialto Brücke

Der Ausblick beim Durchfahren dieser Brücke in der Gondel begeisterte Richard Wagner immer
wieder aufs neue. Weil seine Herzbeschwerden zunahmen und auch seiner ständigen Gereiztheit
wegen, verordnete der Hausarzt ihm Hoffmannstropfen zur Beruhigung. Eine Rückkehr nach
Bayreuth aus Gesundheitsgründen schloss Wagner aus und betäubte die Schmerzen mit Opium.
Seine vorletzte Gondelfahrt auf dem Canal Grande fand am 9. Februar 1883 statt. Beim Anblick
verfallener Paläste überkamen ihn längst überwunden geglaubte kommunistische Anwandlungen,
und Cosima notierte seine Worte: »Eigentum – der Grund allen Verderbens«.

Vier Tage später, nach einem morgendlichen Streit mit seiner Frau, erlag er zwischen
15 und 15.30 Uhr allein in seinem Arbeitszimmer einem Herzinfarkt. Nach Obduktion 
und Einbalsamierung, wurde er am 16. Februar auf dem Canal Grande
im gläsernen Sarg mit einer Gondel zum Bahnhof gebracht.

Thomas Steinert
RW №74, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Venedig, 1883Die Gruft im Garten der Villa Wahnfried in Bayreuth

Sie war eher als sein Haus fertig geworden, und Wagner stieg immer, wenn er die Baustelle
inspizierte, hinein. Seine Beisetzung fand am 18. Februar 1883 statt. 
Die Urne von Cosima folgte 47 Jahre später. Auch sein Sohn Siegfried starb 1930.
Heinrich von Stein an Malwida von Meysenburg am 18. Februar 1883:
»Heute werden sie wohl in Bayreuth ihn in das schöne Grab im Garten legen, das er sich zugleich
mit seinem Wahnfried bereitete, und wo sein treuer Ruß seit ein paar Jahren schon daneben ruht
und ihn erwartet, und wo sich auch Cosima einst mit ihm wieder vereinen wird. Alles so schön,
so einzig poetisch, wie kein anderer Mensch Ähnliches gemacht hat«.

Thomas Steinert
RW №75, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Richard Wagner, Bayreuth, 1883In den Giardini Pubblici von Venedig

Friedrich Nietzsche, 1888: »Da ist ein Musiker, der mehr als irgendein Musiker seine
Meisterschaft darin hat, die Töne aus dem Reich leidender, gedrückter, gemarterter Seelen
zu finden und auch noch dem stummen Elend Sprache zu geben. Niemand kommt ihm
gleich in den Farben des späten Herbstes, dem unbeschreiblich rührenden Glücks eines
letzten, allerletzten, allerkürzesten Genießens, er kennt einen Klang für jene heimlich–
unheimlichen Mitternächte der Seele ...
Er kennt jenes müde Sichschieben der Seele, die nicht mehr springen und fliegen, ja nicht
mehr gehen kann; er hat den scheuen Blick des verhehlten Schmerzes, des Verstehens
ohne Trost, des Abschiednehmens ohne Geständnis; ja als Orpheus alles heimlichen
Elends ist er größer als irgendeiner«.

Thomas Steinert
RW №76, 1990/99, Piezo-Pigment-Print, 40 x 40 cm
Edition 1/7, signiert und editioniert verso
/Wagner/Nietzsche, Venedig, 1888
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